Die aktuelle Bundesregierung debattiert radikale Kürzungen der Sozialleistungen und stellt damit Arbeitsrechte für alle in Frage. Solche Kürzungen würden Menschen mit Migrationsgeschichte besonders treffen, bereits jetzt existieren signifikante strukturelle Benachteiligungen, besonders beim Einkommen. Dies zeigt der Migrant Pay Gap: Eingewanderte verdienen im Schnitt 15-20 Prozent weniger als Nicht-Eingewanderte in Deutschland.[1] Bei der Gruppe der Schutzsuchenden sind die Unterschiede besonders hoch, hier liegt das durchschnittliche Einkommen nur knapp über der Niedriglohnschwelle.[2]
Personen mit Migrationsgeschichte arbeiten oft in schlechter bezahlten Branchen und Positionen, weil zum Beispiel Abschlüsse und Qualifikationen nicht oder unzureichend anerkannt werden.[3] Auch während der Beschäftigung fehlen Möglichkeiten der Weiterbildung neben der Berufstätigkeit, obwohl Wirtschaft und Politik vor einem wachsenden Fachkräftemangel und Engpässen in einigen Branchen warnen.[4] Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte bringen wichtige Kompetenzen, Potenziale und Qualifikationen mit, und trotzdem wird ihnen nachhaltige Integration verwehrt.
Geflüchtete sind besonders benachteiligt: Sie sind überproportional in prekären Beschäftigungsverhältnissen vertreten – schlecht bezahlt, unsicher und ohne Aufstiegsperspektiven. Bereits der Weg in den Arbeitsmarkt wird zunehmend erschwert: Durch eine Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) werden in Zukunft rund 130.000 Geflüchtete von kostenlosen Integrationskursen ausgeschlossen.[5]
„Geflüchtete leisten trotz aller Hürden einen essentiellen Beitrag im deutschen Arbeitsmarkt. Es braucht endlich echte Chancengerechtigkeit und eine Bleibeperspektive für Geflüchtete in Arbeit. Der Vorzug von Vermittlung in unqualifizierte Arbeit statt Sprachkursen bedeutet für Geflüchtete keine nachhaltige Arbeitsmarktintegration sondern die Gefahr von prekärer Beschäftigung. Das muss sich ändern!“ (Anne-Katrin Lother, Koordination des Beratungsnetzwerks Alle an Bord! – PAM)
Unsere Forderungen zum 01.05.2026:
- Anerkennung ausländischer Abschlüsse und qualifikationsadäquate Beschäftigung
- Rechtliche Sicherheit für Geflüchtete: Keine Abschiebungen aus Ausbildungen und Arbeit
- Aufstockung der Integrationskurse und Zugang für Geflüchtete
- Nachhaltige Arbeitsmarktintegration statt kurzfristiger Vermittlung
- Aufbau von berufsbegleitenden Sprachkursangeboten
- Ausreichend Weiterbildungsmöglichkeiten während der Beschäftigung
- Faire Bezahlung und diskriminierungsfreie Bewerbungsverfahren
Die gesamte Pressemitteilung ist hier zu finden.
Pressekontakt: Miriam Zweng, alleanbord@frsh.de, 0431 55681353
mediendienst-integration.de/arbeitsmarkt/auslaendische-arbeitskraefte/migrant-pay-gap/
doku.iab.de/kurzber/2025/kb2025-17.pdf
mediendienst-integration.de/arbeitsmarkt/auslaendische-arbeitskraefte/migrant-pay-gap/
www.gew.de/aktuelles/detailseite/zulassungsstopp-fuer-integrationskurse-zuruecknehmen
