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Ukrainische Geflüchtete auf dem Arbeitsmarkt

Seit 2022 steigt die Zahl der geflüchteten Ukrainer*innen. Viele bringen hohe Qualifikationen mit, bekommen aber keinen entsprechenden Job. Um Juni 2026 lag die Beschäftigungsquote von Ukrainer*innen in Deutschland bei 39,7 Prozent, die meisten von ihnen waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Juni 2026 hatten somit laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit 400.000 Ukrainer*innen eine Beschäftigung.

Laut einer Studie des Mediendienstes Integration lief die Arbeitsmarktintegration von Ukrainer*innen demnach schneller als bei Geflüchteten, die in 2015 eingereist sind. Dies liegt vor allem auch an den besseren rechtlichen Rahmenbedingungen als für anderen Geflüchtete. Sie wurden von Jobcentern betreut, durften direkt arbeiten und sich ihren Wohnort aussuchen.

Arbeitsmarktintegration durch Jobturbo

Durch den im Jahr 2023 eingeführten Jobturbo sind deutlich mehr Ukrainer*innen in Arbeit gekommen. Dies zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: die intensivere Betreuung in den Jobcentern habe besonders bei ukrainischen Geflüchteten zu mehr Beschäftigung geführt. Laut einer Studie des Immigration Policy Lab 2025 sind rund 58.000 Ukrainer*innen durch den Jobturbo innerhalb von zwei Jahren auf dem Arbeitsmarkt angekommen.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Frauen aus der Ukraine gehen seltener einer Erwerbstätigkeit nach als Männer. Das liegt bei Ukrainer*innen auch daran, dass viele alleinerziehend sind und fehlende familiäre Netzwerke und Kinderbetreuungsmöglichkeiten das Arbeiten erschweren.  Laut einer Befragung leben die Hälfte der Frauen im erwerbsfähigen Alter mit Kindern ohne ihren Partner in Deutschland.

Hohe Hürden trotz hoher Qualifikation

Ukrainer*innen bringen im Schnitt ein hohes Bildungsniveau mit. Circa 55 Prozent der Personen sind hochqualifiziert und bringen einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss mit. Trotzdem arbeiten viele Ukrainer*innen unterhalb ihrer Qualifikation und unterhalb des Niveaus der Tätigkeiten, dass sie in der Ukraine ausgeübt haben. Auch bringt ein Großteil der Ukrainer*innen, circa die Hälfte, Berufserfahrung in den sogenannten Engpassberufen mit, arbeiten aber nicht immer passend zu ihren Kenntnissen in diesem Bereich. Eine Analyse des BiB sieht hier das Potenzial noch unausgeschöpft.

Insgesamt zeigt sich: Direkter Zugang zum Arbeitsmarkt und fördernde Integrationsmaßnahmen beschleunigen die Arbeitsmarktintegration. Dennoch gibt es weiterhin Hürden, was die Anerkennung von Abschlüssen, Sprachkenntnisse oder auch Unterstützung in der Vereinbarkeit mit Kinderbetreuung angeht.

Die gesamte Studie ist hier zu finden.