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Studie: Arbeitsmarktintegration von ukrainischen Geflüchteten

Inzwischen dauert der russische Angriffskrieg auf die Ukraine fast vier Jahre an. Viele Ukrainer*innen flüchteten auch nach Deutschland. Dreieinhalb Jahre nach ihrer Ankunft ist die Hälfte der ukrainischen Geflüchteten beschäftigt.

Wie ein IAB-Kurzbericht, der die IAB-BAMF-SOEP Befragung mit den Daten der BA-Beschäftigungsstatistik verknüpft, zeigt, sind geflüchtete Ukrainer*innen nach dreieinhalb Jahren zwar immer noch unter dem Beschäftigungsniveau der Gesamtbevölkerung, jedoch deutlich häufiger beschäftigt als frühere Fluchtkohorten – dieses Niveau wurde durchschnittlich erst rund zweieinhalb Jahre später erreicht bei anderen Geflüchteten. Dabei nehmen Männer schneller eine Beschäftigung auf als Frauen (64 Prozent gegenüber 55 Prozent nach 42 Monaten). Die Verdienste entwickeln sich insgesamt ebenfalls positiv: Vollzeitbeschäftigte aus der Ukraine erreichen rund 72 Prozent des Medienlohns aller Vollzeitbeschäftigten, was ebenfalls eine deutlich schnellere Entwicklung gegenüber anderen Geflüchteten darstellt. Trotzdem bleibt der ergänzende Leistungsbezug von Ukrainer*innen weiterhin hoch. Das liegt auch an den jeweiligen Tätigkeiten: Frauen aus der Ukraine arbeiten deutlich häufiger in Helfertätigkeiten, Männer aus der Ukraine häufiger in Fachkraftpositionen. Trotzdem ist ein erheblicher Teil beider Gruppen in systemrelevanten und in Engpassberufen tätig.

Die Autor*innen weisen auf den Zusammenhang des schnelleren Integrationstempos mit den wesentlich günstigeren Rahmenbedingungen in der Integration von ukrainischen Geflüchteten hin, insbesondere den unmittelbaren Arbeitsmarktzugangs, der frühen Einbindung in das SGB-II-Systems und den Förderstrukturen des Jobcenters seit Juni 2022. Seit diesem Zeitpunkt gelingt der Arbeitsmarktzugang der ankommenden Geflüchteten entsprechend schneller. Trotzdem weisen die bestehenden geschlechtsspezifischen Unterschiede im Zeitpunkt der Arbeitsmarktintegration – Männer sind schneller und häufiger in den Arbeitsmarkt integriert als Frauen -, den Tätigkeitsbereichen und den Lohnunterschieden auf Risiken, insbesondere für geflüchtete Frauen hin.

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