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Geflüchtete sind im Ausbildungsmarkt oft im Nachteil

Junge Geflüchtete münden seltener in eine Ausbildung oder ein Studium ein. Zusätzlich nehmen sie seltener Angebote der beruflichen Orientierung wahr als andere Jugendliche. Dies betreffe vor allem praxisnahe Angebote wie Praktika oder Schnuppertage.

In Hinblick auf den Fachkräftemangel ist die Sicherung des Übergangs in die Berufsausbildung für eine gelungene Fachkräftesicherung essenziell. Zusätzlich beeinflusst diese die individuellen Chancen für das weitere Arbeitsleben. Gerade für Geflüchtete stellt die Ausbildung oft den zentralen Zugang zum Arbeitsmarkt dar, gleichzeitig sind Herausforderungen, wie beispielsweise Sprachbarrieren, größer.

Vergleichsweise seltenerer Ausbildungsstart unter Geflüchteten

Die Ergebnisse der BA-BIBB-IAB-Bewerberstudie 2024 zeigen, dass Personen mit Fluchthintergrund im Vergleich zu anderen Ausbildungssuchenden deutlich seltener in eine Ausbildung (36,8 Prozent im Vergleich zu 50,8 Prozent der Vergleichsgruppe) oder in ein Studium einmünden (1,4 Prozent im Vergleich zu 3,4 Prozent Jugendlicher mit deutscher Herkunft). Außerdem gab es vergleichsweise mehr unsichere oder ungünstige Übergänge in die Ausbildung oder Beschäftigung: die Zahlen für Personen, die arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldet waren oder ohne eine vorherige Ausbildung einer Erwerbstätigkeit nachgingen, fielen höher aus. Auch ist der Anteil der Personen, die bei der Bundesagentur für Arbeit als unbekannt Verbliebene gekennzeichnet werden, also diejenigen, die zwar zuerst Unterstützung für die Ausbildungsplatzsuche in Anspruch genommen haben, dann jedoch dann der Kontakt abgebrochen wurde, größer. Diese Personen mit unsicherem Verbleib weisen oft einen unsicheren Übergang in Ausbildung und Arbeit auf.
Geflüchtete allgemein sind jedoch nur geringfügig unzufriedener mit dem eigenen Verbleib nach dem Übergang: dieser liegt bei Geflüchteten bei 65,0 Prozent im Vergleich zu anderen Befragten mit 68,8 Prozent.

Die gesamte Studie ist hier zu finden.