Ausgangspunkt der Umfrage waren Erfahrungen aus der Beratungspraxis der WIR-Netzwerke. Immer wieder wurde berichtet, dass die Ausstellung oder Verlängerung von Aufenthaltsgestattungen und Duldungen durch Ausländerbehörden nicht rechtzeitig erfolgt oder unklar ist, wie das jeweilige Verlängerungsverfahren abläuft. Die dadurch entstehenden zeitlichen Lücken können für Menschen im Asylverfahren oder mit einer Duldung weitreichende Konsequenzen haben – insbesondere dann, wenn mit dem Dokument auch die Erlaubnis zur Erwerbstätigkeit verbunden ist.
Um die Erfahrungen systematisch zu erfassen, wurde zwischen dem 12. Dezember 2025 und dem 31. Januar 2026 eine Befragung unter Personen durchgeführt, die Geflüchtete beraten und bei der Arbeitsmarktintegration unterstützen. Die Umfrage wurde über die Kanäle der WIR-Netzwerke verbreitet. Wichtig ist dabei: Es handelt sich nicht um eine repräsentative Erhebung, sondern um eine gezielte Befragung von Berater*innen mit praktischer Erfahrung in diesem Bereich.
Die Ergebnisse bestätigen dennoch deutlich die zuvor beobachteten Probleme: Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, dass Beschäftigungsverhältnisse aufgrund von Verzögerungen bei der Verlängerung unterbrochen oder beendet werden mussten. Ebenfalls etwa zwei Drittel berichteten, dass Beschäftigungen gar nicht erst aufgenommen werden konnten. Die Verzögerungen können mehrere Wochen dauern; in einem relevanten Teil der Fälle erstrecken sie sich sogar über mehrere
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist die große Uneinheitlichkeit der Verwaltungspraxis. Viele Befragte beschrieben die Verfahren als sehr unterschiedlich – teilweise sogar innerhalb desselben Bundeslandes. Einheitliche und verlässlich planbare Abläufe fehlen damit vielerorts.
Forderungen:
Aus Sicht der WIR-AG braucht es deshalb vor allem transparente und verständliche Verfahren. Ausländerbehörden sollten klar kommunizieren, wann und wie eine Verlängerung beantragt werden muss und welche Nachweise erforderlich sind. Die Informationen sollten mehrsprachig, barrierearm und auch für Menschen zugänglich sein, die nur eingeschränkten Zugang zu digitalen Angeboten haben. Auch Arbeitgeber*innen benötigen eindeutige Informationen über den Arbeitsmarktzugang und die Verlängerung von Beschäftigungserlaubnissen.
Für Fälle, in denen eine fristgerechte Verlängerung ausnahmsweise nicht möglich ist, wird zudem vorgeschlagen, den Betroffenen zumindest schriftlich zu bestätigen, dass ihr Aufenthalt und die damit verbundene Erwerbstätigkeit weiterhin gültig sind. Einzelne Ausländerbehörden praktizieren bereits entsprechende Lösungen per E-Mail.
Die WIR-AG Aufenthaltsverfestigung empfiehlt einheitliche, transparente und zugängliche Verlängerungsverfahren sowie klare Vorgaben der Landesregierungen. Zusätzlich sollten Ausländerbehörden Möglichkeiten für kurzfristige Vorsprachen in dringenden Fällen anbieten.
Die gesamte Analyse ist hier.
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